Die letzte Ratssitzung vor der Kommunalwahl
Die wichtigsten Punkte aus dem öffentlichen Teil der letzten Ratssitzung wollen wir nicht nur aufzählen, sondern einordnen. Es ging um Feuerwehr, Schule, Betreuung, Bauleitplanung, Mobilfunk, Hafen und einige Verfahrensfragen. Also um Themen, die auf den ersten Blick sehr unterschiedlich wirken, aber am Ende alle mit der gleichen Frage zu tun haben: Wie gut ist Baltrum für die nächsten Jahre aufgestellt?
Gästebeitragssystem: Ein gutes Instrument – wenn es funktioniert
Baltrum ist seit 1965 staatlich anerkanntes Nordseeheilbad. Diese Auszeichnung ist an Bedingungen geknüpft: Qualität der Infrastruktur, Luft- und Wasserqualität, Sauberkeit, Kureinrichtungen. Um all das zu finanzieren, erhebt die Insel einen Gästebeitrag.
Zweitwohnungssteuer: Fair, transparent – und dringend aktualisiert
Baltrum hat rund 600 Einwohner – und eine deutlich höhere Zahl an Ferienwohnungen und Zweitwohnsitzen. Zweitwohnungsinhaber nutzen Infrastruktur und Leistungen der Gemeinde, ohne in vollem Umfang dazu beizutragen. Die Zweitwohnungssteuer könnte dieses Ungleichgewicht ausgleichen.
Straßensanierung: Wer zahlt was – und warum weiß das niemand?
Auf Baltrum fehlt es bislang an einem transparenten, kommunizierten Konzept für Straßensanierungen. Welche Wege und Flächen sind in welchem Zustand? Welche sollen wann saniert werden? Wie wird die Kostenbeteiligung der Anlieger berechnet? Welche Härtefälle gibt es – zum Beispiel Eigentümer von Zweitwohnungen, die selbst kaum auf der Insel sind, aber zahlen sollen? Diese Fragen sind berechtigt und müssen beantwortet werden, bevor Beschlüsse fallen.
Investitionen auf Baltrum
Wer auf der kleinsten bewohnten Ostfriesischen Insel lebt, weiß: Jede Investition trifft eine Gemeinschaft von nur rund 600 Menschen. Und doch stehen große Entscheidungen vor der Tür. Das SindBad - das Meerwasser-Schwimmbad und Kur- und Freizeitangebot, ist das vielleicht deutlichste Beispiel dafür, wie Investitionsbedarf und Gemeindefinanzen aufeinanderprallen.
Haushalt unter Druck – und kein Plan in Sicht?
Die finanziellen Fakten sind ernüchternd. Laut aktuellem Haushaltsbericht wird die Gemeinde Baltrum bis 2029 ein kumuliertes Defizit von 3,5 Millionen Euro angehäuft haben.

